GESCHICHTE

Zum ersten mal wurde das Gehöft Čertousy bereits im Jahre 1322 erwähnt, als es im Besitz des reichen Prager Stadtbürgers Seiboth von Benešov war. Von seinem Sohn Henslin kaufte das Gehöft für die Karlsuniversität im Jahre 1357 der Prager Erzbischof Arnošt vonPardubice.
Im Jahre 1366 wurde es durch den Kaiser Karl IV. in die neu gegründeten Lehr - und Wohnräume der Karlsuneversität, genannt Karlova kolej, eingegliedert, was auch in der Gründungsurkunde angeführt ist.
Im 15. Jahrhundert während der Hussitenkriege verloren die Magister der Universität das Eigentumsrecht am Gehöft Čertousy , sie kaufen es aber erneut im Jahre 1471 von Jaroš von Trčous(Čertousy) und dies wurde mit Billigung des Königs Georg in die Landtafeln eingetragen.
Nach der Schlacht am Weissen Berg im Jahre 1620 war das Gehöft kurz in Besitz von Jan von Savoyen, des Generalvikars des Ordens der barmherzigen Brüder. Im Jahre 1639 während des Dreissigjährigen Krieges wurde das Gehöft von den Schweden durch Brand zerstört und dann war es im Rahmen der Rekatholisierung kurz in Besitz der Jesuiten.
Im 18. Jahrhundert wurde das Gehöft durch die Magister der Karluniversität unter der Leitung des Baumeisters Kaňka wieder aufgebaut. Unter der Herrschaft der Kaiserin Maria Theresia erhielt das Gehöft hinsichtlich seiner Grösse die Konskriptionsnummer 1. Das Gehöft wurde unter die Verwaltung der Michelský - Stiftungsgüter übertragen, im Jahre 1787 wurde hier die Fronarbeit abgeschafft und das Gehöft wurde zu gleichen Teilen unter 8 Erbpächter eingeteilt, diese Teile wurden später weiter aufgeteilt und vereinigt.
Im 19. Jahrhundert gelangten diese einzelnen Gehöftteile in den Besitz einiger Prager Stadtbürger und erst im Jahre 1879 begann František Viktor Veselý diese Teile des ursprünglichen Gehöfts aufzukaufen. Und so wurde laut Erlass des Landesausschusses des Königreichs Böhmen vom 28. April 1900 der ursprüngliche Stand des Gehöfts aus dem Jahre 1357 bestätigt, was in die Landtafeln eingetragen wurde.
Im Jahre 1906 kaufte des Gehöft, eingetragen in die Landtafeln, Jaroslav Stára aus Radonice, der hier, später auch gemeinsam mit seinem Sohn Jaroslav, bis 1948 wirtschaftete. In dieser Zeit kam es auch zum Bau neuer Objekte des Gehöfts und zum Umbau der ursprünglichen Bauten. Nach der Nationalisierung durch das kommunistische Regime im Jahre 1948 wirtschafteten hier bis 1993 die Staatgüter. In dieser Zeit wurden sieben ursprüngliche Objekte des Gehöfts völlig beseitigt, alle Brunnen wurden zugeschüttet und die Staatsgüter erwogen den kompletten Abriss des Restes des Gehöfts und den Bau eines Schweinestalles, was erst die neue gesellschaftliche Entwicklung nach dem Jahre 1989 zu stoppen vermag.